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Mrz 02

Horst Klee – Gedanken zum Gitarrenspiel – „Die Bausteine der Kunst liegen im Detail begründet“

Horst Klee (geb. 1952) ist ein deutscher Gitarrist. Er studierte am Konservatorium in Wiesbaden und an der Musikhochschule Frankfurt. Neben seiner langjährigen Solistentätigkeit mit klassischer Gitarre wirkte er auch in diversen Rockbands mit E-Gitarre mit.

Klee lehrt klassische Gitarre am Konservatorium in Wiesbaden und an seiner Musikschule in Bad Kreuznach.

Auf seiner Website gibt es ein interessantes Interview in dem er über seinen musikalischen Werdegang erzählt. Nachdem er mehrere Jahre E-Gitarre in Pop- und Rockbands gespielt hatte entdeckte er die vielen Möglichkeiten die die klassische Gitarre bot und studierte Gitarre in Wiesbaden und Frankfurt. Er beschreibt ausführlich wie er sich mit Kompositionen und Interpretationen auseinandersetzte und wer seine wichtigsten Vorbilder waren.

Anfangs enteckte er die klassische Gitarre über die Carcassischule, das Lehrwerk von Bruno Henze wurde die Grundlage für sein weiteres Lernen. Von Christopher Parkening habe er viel gelernt, der sei „einer der sen­sibelsten und intelligentesten Gitarristen überhaupt“. Schliesslich habe Robert Brojer eine sehr wichtige Rolle für seine künstlerische Entwicklung gespielt.

Er sagt:

Auch heute arbeite ich noch überdurchschnittlich lang an ei­nem Programm, orientiere mich aber nicht mehr an anderen Gitarristen. Vielmehr bewundere ich das Interpretationsniveau von Geigern und Pianisten und lerne eine Menge daraus. Für meine Platte GITARRENMUSIK VON MANUEL PONCE benötig­te ich fast zwei Jahre. Das führt natürlich unweigerlich dazu, daß mein erarbeitetes Programm sehr klein ist, aber ich kann Musikliteratur nicht konsumieren wie Essen und Trinken, da jede einzelne Komposition meine ganze Wertschätzung besitzt. Für mich kommt „Vielspielerei“, mit der sich so mancher Musi­ker rühmt, nicht in Frage. Sie ist mir zuwider, denn sie verrät den Hang zur Quantität, nicht zur Qualität.

Zum Üben:

Üben empfand ich stets als große Anstrengung. Nach einer Stunde Arbeit mit dem Instrument stellt sich schon eine gewisse geistige Erschöpfung ein, denn ich arbeite sehr zweckgerichtet und planvoll mit der entsprechenden Konzen­tration. Auch hier holte ich es nach dem Motto: Qualität vor Quantität. Ich kann nicht glauben, daß jemand 6 Stunden oder mehr mit seinem Instrument beschäftigt ist. Davon können doch höchstens drei Stunden effektiv sein, der Rest ist eher unkonzentrierte Spielerei.

Über Robert Brojer

Brojer ist eine große Musikerpersön­lichkeit. Er geht bei seiner musikalischen Arbeit mit seinen Schülern ins Detail. Ich glaube, er ist einer der wenigen Päda­gogen auf dem Gitarrensektor, der über fundierte Kenntnisse einer epochenbezogenen Artikulation verfügt. Er verzichtet auf weitschweifige Inhaltsdeutungen und gibt seine Anweisun­gen hautnah am Text – kurz und präzise.

Das komplette Interview ist hier zu finden:

Horst Klee hat viele seiner Aufnahmen in seinem youtube Kanal hochgeladen, die Playliste enthält mehr als 70 Stücke:

Playliste Horst Klee

 

Weitere Informationen

 


Buchtipp:

Der Weg zur Gitarre. Technik und Methode – Robert Brojer

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