Sep 13

ARD Wettbewerb für Gitarre – Preisträger, Programme, Videos

Vom 31. August bis 9. September fand in München der ARD Musikwettbewerb statt. In diesem Jahr war auch die Gitarre im Wettbewerb vertreten. 37 TeilnehmerInnen aus der ganzen Welt gaben ihr bestes. Videos vom Semifinale mit 6 Teilnehmern und vom Finale bei dem alle drei verbliebenen Teilnehmer das Concierte de Aranjuez spielten sind bei youtube oder auf der Seite des ARD Musikwettbewerbes zu sehen.

Eine gute Gelegenheit die jungen Gitaristen und Gitarristinnen von heute kennenzulernen.

Am Ende gab es zwei zweite und einen dritten Preis:

  • 1. Preis: wurde nicht vergeben
  • 2. Preis: Junhong Kuang, China      
  • 2. Preis: Davide Giovanni Tomasi, Italien
  • 3. Preis: Andrey Lebedev, Australien

Youtube Playliste Semifinale

Weitere Informationen

Berichte Süddeutsche Zeitung:

Über die Gitarre im Wettbewerb:

Als aufstrebender klassischer Gitarrist durfte man den Anmeldeschluss des ARD-Wettbewerbs nicht verpassen, denn die Chance auf eine Teilnahme kriegt man wohl nur einmal im Leben. Erst vier Mal seit 1952 war die Gitarre vertreten, zuletzt 1993. Was einiges über die Exotenstellung des Instruments im Klassikbetrieb aussagt. Obwohl die Gitarre seit einigen Jahren das Klavier als meistgespieltes Instrument überholt hat, führt sie bei Repertoire, Konzerten und Festivals ein Eigenleben. Zu Unrecht, wie man hier angesichts der Vielfalt und Ausdruckskraft des Gebotenen erleben konnte.

Über die Auftragskomposition „Interfret für Gitarre solo“:

Sicher dahin gelangte er aber mit der einfallsreichsten Interpretation der für alle verpflichtenden, hier uraufgeführten Auftragskomposition von Vito Žuraj. Der hatte vorab verkündet, er habe die Musiker nicht quälen wollen. Was glatt gelogen war: Sein „Interfret für Gitarre solo“ war eine Zumutung für Musiker, Instrumente und Publikum. Nicht ein klassischer Gitarrengriff fand sich darin, dafür ein melodiefreies und strukturloses Sammelsurium von Tappings, Flageoletts, Golpes, Bendings und Bottleneck-Glissandi, das höchstens demonstrierte, wie hässlich eine Gitarre klingen kann.

Bis zu guter Letzt Junhong Kuang fulminant demonstrierte, dass man auch als siebzehnjähriger Chinese – der freilich bei Manuel Barrueco studiert – den Schmiss des Fandangos ebenso wie die Trauer und Wut des berühmten Adagios verinnerlichen und in musikalischen Zauber verwandeln kann. Technisch ohnehin überragend, überzeugte Kuang also auch im Ausdruck, sogar eine Spur des Flamenco-Freigeists der legendären Interpretation von Paco de Lucia war zu hören. Dass die Jury am Ende an Lebedev einen dritten und an Tomasi wie Publikums-Sieger Kuang jeweils einen zweiten Preis vergab, bildete also nicht diesen Abend ab, sondern eher den Gesamteindruck aller vier Durchgänge, in denen auch Kuang nicht alles gestalterisch bewältigt, Tomasi dafür mehrfach geglänzt hatte.

 

 

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Mai 05

Dieter Kreidler – Gitarrenschule – Werke für Zupforchester, Gitarren, Mandolinen

 

Dieter Kreidler ist einer der wichtigen Gitarristen, Pädagogen und Komponisten für Gitarre in Deutschland. Von 1975 bis 2009 war Dieter Kreidler Professor für Gitarre an der Wuppertaler Abteilung der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Dieter Kreidler hat eine der meistbenutzten Gitarrenschulen geschrieben. Ich habe diese Schule selbst in den 80er-Jahren beim Unterrichtet oft verwendet.

Kreidler Gitarrenschule – Werbevideo des Schott Verlages

Dieter Kreidler hat immer wieder mit Zupforchestern zusammengearbeitet. Er dierigierte verschiedene Zupforchester, war Musikleiter im Bund Deutscher Zupfmusiker (BDZ) und hat viele Kompositionen für Gitarrenensembles und Zupforchester komponiert. In seinen Kompositionen findet man viele Elemente der Popmusik und der Folklore, die Stücke sind bei Spielern sehr beliebt und kommen auch beim Publikum sehr gut an.

Podcast / Interview mit Dieter Kreidler

Der Podcast mit dem Interview mit Dieter Kreidler ist auf der folgenden Seite zu finden:

 

Playliste Dieter Kreidler

 

 

Weitere Informationen

Wikipedia über Dieter Kreidler

Website Dieter Kreidler

 

 

Mrz 02

Horst Klee – Gedanken zum Gitarrenspiel – „Die Bausteine der Kunst liegen im Detail begründet“

Horst Klee (geb. 1952) ist ein deutscher Gitarrist. Er studierte am Konservatorium in Wiesbaden und an der Musikhochschule Frankfurt. Neben seiner langjährigen Solistentätigkeit mit klassischer Gitarre wirkte er auch in diversen Rockbands mit E-Gitarre mit.

Klee lehrt klassische Gitarre am Konservatorium in Wiesbaden und an seiner Musikschule in Bad Kreuznach.

Auf seiner Website gibt es ein interessantes Interview in dem er über seinen musikalischen Werdegang erzählt. Nachdem er mehrere Jahre E-Gitarre in Pop- und Rockbands gespielt hatte entdeckte er die vielen Möglichkeiten die die klassische Gitarre bot und studierte Gitarre in Wiesbaden und Frankfurt. Er beschreibt ausführlich wie er sich mit Kompositionen und Interpretationen auseinandersetzte und wer seine wichtigsten Vorbilder waren.

Anfangs enteckte er die klassische Gitarre über die Carcassischule, das Lehrwerk von Bruno Henze wurde die Grundlage für sein weiteres Lernen. Von Christopher Parkening habe er viel gelernt, der sei „einer der sen­sibelsten und intelligentesten Gitarristen überhaupt“. Schliesslich habe Robert Brojer eine sehr wichtige Rolle für seine künstlerische Entwicklung gespielt.

Er sagt:

Auch heute arbeite ich noch überdurchschnittlich lang an ei­nem Programm, orientiere mich aber nicht mehr an anderen Gitarristen. Vielmehr bewundere ich das Interpretationsniveau von Geigern und Pianisten und lerne eine Menge daraus. Für meine Platte GITARRENMUSIK VON MANUEL PONCE benötig­te ich fast zwei Jahre. Das führt natürlich unweigerlich dazu, daß mein erarbeitetes Programm sehr klein ist, aber ich kann Musikliteratur nicht konsumieren wie Essen und Trinken, da jede einzelne Komposition meine ganze Wertschätzung besitzt. Für mich kommt „Vielspielerei“, mit der sich so mancher Musi­ker rühmt, nicht in Frage. Sie ist mir zuwider, denn sie verrät den Hang zur Quantität, nicht zur Qualität.

Zum Üben:

Üben empfand ich stets als große Anstrengung. Nach einer Stunde Arbeit mit dem Instrument stellt sich schon eine gewisse geistige Erschöpfung ein, denn ich arbeite sehr zweckgerichtet und planvoll mit der entsprechenden Konzen­tration. Auch hier holte ich es nach dem Motto: Qualität vor Quantität. Ich kann nicht glauben, daß jemand 6 Stunden oder mehr mit seinem Instrument beschäftigt ist. Davon können doch höchstens drei Stunden effektiv sein, der Rest ist eher unkonzentrierte Spielerei.

Über Robert Brojer

Brojer ist eine große Musikerpersön­lichkeit. Er geht bei seiner musikalischen Arbeit mit seinen Schülern ins Detail. Ich glaube, er ist einer der wenigen Päda­gogen auf dem Gitarrensektor, der über fundierte Kenntnisse einer epochenbezogenen Artikulation verfügt. Er verzichtet auf weitschweifige Inhaltsdeutungen und gibt seine Anweisun­gen hautnah am Text – kurz und präzise.

Das komplette Interview ist hier zu finden:

Horst Klee hat viele seiner Aufnahmen in seinem youtube Kanal hochgeladen, die Playliste enthält mehr als 70 Stücke:

Playliste Horst Klee

 

Weitere Informationen

 


Buchtipp:

Der Weg zur Gitarre. Technik und Methode – Robert Brojer

(nur gebraucht erhältlich – Antiquariat – Amazon Partnerlink)

 

Jan 03

Das National Youth Guitar Ensemble (NYGE) – Jugend-Gitarrenensemble der EGTA in Großbritannien

Beim Besuch der Website der EGTA in Großbritannien habe ich das Jugendgitarrenensemble NYGE (National Youth Guitar Ensemble) entdeckt.

Das Ensemble wurde 1999 von der EGTA gegründet um jungen Gitarristen zwischen 13 und 18 Jahren die Gelegenheit zum Ensemblespiel zu geben. Das Ensemble trifft sich zweimal im Jahr zu Lehrgängen. Daneben gibt es offensichtlich noch zwei weitere Ensembles in London und Birmingham die sich monatlich treffen.

Das Ensemble spielt überwiegend zeitgenössische Originalkompositionen für Gitarrenensemble. Leiter ist der Gitarrist und Komponist Gerald Garcia.

Hier eine Playliste mit den Videos dieses Ensembles.

Playliste NYGE – National Youth Guitar Ensemble

Zu hören sind:

  • Bantu von Andrew York
  • Anthem von Mark Houghton (geschrieben für das NYGO)
  • Rose Garden von Gilbert Biberian
  • Carlo Domeniconi – Oyun
  • Gary Ryan – Flower of the field
  • Shingo Fujii – Quattro Ritornelli
  • Leo Brouwer – Acerca del Cielo, el Aire y la Sonrisa
  • Celso Machado – Folguedo
  • Gerald Garcia – Wiegen
  • W. A. Mozart – Adagio and Fugue
  • Anton Arensky (1891-1906) – Variations on a theme of Tchaikovsky; arranged by S. Gordon
  • G. Garcia – „Four Hebridean Songs“ (mit der Sängerin Belinda Evans)
  • Heitor Villa-Lobos –  „Bachianas Brasileiras No.5“ ; arr. Susans; (mit der Sängerin Belinda Evans)

 

Weitere Informationen

NYGE Academy

The National Youth Guitar Ensemble, lead by Musical Director Gerald Garcia, offers the highest standard of ensemble training in the UK for young aspiring guitarists aged 13-18. Our aim is to develop our member’s musicianship and performance skills to the highest level, in a supportive and inspirational environment.

Performing in an ensemble not only helps to develop teamwork and leadership, but can also help to build a student’s confidence and social skills. Many friendships are formed on the courses and our members appreciate the opportunity to share their passion for the guitar with like-minded people.

NYGE ACADEMY runs two residential courses each year. During the courses the ensemble rehearse for up to five hours a day. In the afternoon, students have some free time to unwind, where they can use the venues sports and games facilities or just simply relax. Each evening the course mentors organise social activities, which can include games, quiz and open mic nights. The intensive week of rehearsals concludes with a concert at a prestigious venue.

The National Youth Guitar Ensemble was founded in 1999 by the European Guitar Teachers Association, and has continued to grow with success.  Some of their successes include a highly acclaimed performance with John Williams in 2002 at the Guildhall (Bath) collaborations with the Eden Stell duo, which lead to the release of the Festive Fizz CD featuring NYGE’s recording with the duo and with Cellist Victoria Walker. Stephen Dodgson and Alfonso Montes have dedicated works to NYGE and the ensemble has performed in the presence of Leo Brouwer and Andrew York. In 2010 NYGE were directed by guitarist/composer Gary Ryan and performed the world premiere of the work ‘Flower of the Field’ which was commissioned for the ensemble’s 10 year anniversary. Since then they have worked with many highly sought after artists.

NYGE London und NYGE Birmingham

NYGE UK is an unrivalled opportunity for young classical guitarists to train throughout the year with some of the most inspirational and gifted tutors in the UK.
We are looking for enthusiastic guitarists aged 12-18 years old who have reached Grade 5 standard or higher to join our NYGE UK ensembles in London and Birmingham. Each ensemble meets monthly during term-time.

 

Dez 01

EGTA (European Guitar Teacher’s Association) – EGTA Journal – Website

Vor einiger Zeit wurde ich über das neue EGTA Journal – Die neue Gitarrenzeitschrift“ informiert.

Das neue Online-Magazin bietet Aufsätze, Artikel, Interviews und weitere Informationen rund um die Gitarre und die EGTA (European Guitar Teacher’s Association).

Aus dem Inhalt:

  • Interview mit Jörg Kindle (mit kostenlosen Noten für das Stück „Just for Friends“)
  • Napoléon Coste: Die Entdeckung eines großen romantischen Komponisten und Gitarristen
  • Carlo Domeniconi: Die Gitarre als Partnerin auf der Suche nach Musik – Leistung und Wirkung Andrés Segovias …eine Jahrhundert Erscheinung – gleichzeitig zweifelhaft.
  • Gerd-Michael Dausend: Johann Sebastian Bachs Beziehungen zur Laute

Das Journal kann unter http://www.egta-nrw.de/journal/ oder unter http://www.egta-d.de/page/start.html gelesen bzw. unter http://www.egta-d.de/page/EGTA_Journal_11_2016.pdf direkt heruntergeladen werden.

Weitere Informationen

Auf den Websites der EGTA findet man weitere Informationen:

Ziel und Anliegen der EGTA ist es, die pädagogischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Bereiche des Gitarrenspiels umfassend zu fördern. Die EGTA-D e.V. veranstaltet und fördert Kongresse, Symposien, Wettbewerbe und Fortbildungsveranstaltungen zu aktuellen und historischen Themen aus allen Bereichen des Instruments und wirkt als nationale Sektion bei den Veranstaltungen des europäischen Dachverbandes EGTA mit. Als Mitglied des Deutschen Musikrates und zahlreicher Trägerinstitutionen setzt sie sich auch auf musikpolitischer Ebene ein.

EGTA – Nederland

EGTA UK (Großbritannien)

EGTA CH (Schweiz)

Auf der Seite „Bulletins“ findet man die Zeitschrift der EGTA CH als Download – mit Informationen für die Mitgliedern aber auch sonstigen Informationen, teilweise mit Noten, CD-Besprechungen etc. rund um die Gitarre. Es lohnt sich die Bulletins zu durchforsten!

EGTA Slovenien

 

Okt 28

Die Gitarrenschulen von Ferdinando Carulli – Kostenlose Noten in der Petrucci Library

Ich habe begonnen eine Timeline der Gitarrenschulen aus der Petrucci Library zusammenzustellen. Zunächst werde ich die Schulen aus der Petrucci Library in die Timeline aufnehmen. Ich habe vor die Titelseiten und sonstige Ausschnitte aus den Schulen als Bilder zu verwenden, dazu kommt jeweils auch der Link zur Schule in der Petrucci Library. Später möchte ich auch verschiedene neuere Gitarrenschulen ergänzen.

Gerade bin ich bei den Gitarrenschule von Carulli gelandet, darum hier ein Beitrag über diese Schulen.

Ferdinando Carulli (9. Februar 1770 — 17. Februar 1841) hat im Jahr 1809 die Schule Op. 27 veröffentlicht. Im Jahr 1810 veröffentlichte er zwei Ergänzungsbände zur Schule, Op. 61 und Op. 71. Ein weiterer Ergänzungsband war das Supplément à la Méthode Op. 192, ca. 1822.  Schließlich erschien ca. 1825 die bekannteste Schule  Op. 241.

In kurzer Zeit gab es mehrere Auflagen. Für die 5. Auflage (1829)  hat Carulli die Schule um 44 progressiv angeordnete Stücke und 6 Etüden erweitert. Von der Schule gab es auch eine schwedische Ausgabe die erhalten ist. Im Lauf des 19. Jahrhunderts sind viele Ausgaben der Carulli Schule erschienen. Auch im 20. Jahrhundert wurde die Carulli Schule weiter benutzt. Etwa 1901 erschien eine Ausgabe von Jos. Krempl in der Universal Edition die immer noch lieferbar ist. Diese Ausgabe ist als Scan der Russischen Staatsbibliothek verfügbar (auch bei IMSLP).

Carulli war auch an der Entwicklung einer zehnsaitigen Gitarre beteiligt, dazu hat er die Méthode pour le Décacorde Op. 293, ca. 1826 veröffentlicht.

Titelseiten und Informationen zu den Schulen

 

Biografie aus „The Guitar and Mandolin“ von P. J. Bone

Videos

Bei youtube gibt es sehr viele Videos mit Stücke aus der Carulli Gitarrenschule.

Hier eine Playliste von Norbert Neunzling:

Weitere Informationen

 

 

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